Rot statt blau: Ab 2012 im Bayer-Trikot

Sonntag, 30. Oktober 2011 15:22

Nach fast eineinhalb Jahrzehnten im blauen Friedberger Trikot wird Till Helmke ab 2012 in Rot über die Bahn sprinten. Der 27-Jährige hat sich dem TSV Bayer 04 Leverkusen angeschlossen und trainiert schon seit einigen Wochen in der starken Gruppe von Axel Berndt, der unter anderem Aleixo-Platini Menga betreut.

Der Grund für den Wechsel von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach an den Rhein ist ein beruflicher: Seit Anfang Oktober studiert Helmke nach seinem BWL-Bachelor-Abschluss in Frankfurt an der Deutschen Sporthochschule Köln (Master Sportökonomie). Eine „Fernbeziehung” zu seiner langjährigen Trainerin Sieglinde Weber kam für ihn nicht infrage. „Sie hat es verstanden, dass ich mir ein neues Umfeld suchen musste. In Leverkusen habe ich alles, was ich für erfolgreichen Hochleistungssport benötige”, sagte der viertschnellste deutsche 200-Meter-Läufer (20,37 sec) aller Zeiten. Damit ist er sogar eine Hundertstel schneller als Leverkusens Vereinsrekordler Ralf Lübke.

Auch privat hat sich einiges im Leben des Hessen verändert. Am 17. September gab er im Rheingau unter freiem Himmel seiner langjährigen Lebensgefährtin Stephanie Menk das Ja-Wort. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt, sodass Till Helmke weiterhin häufiger in seiner „alten Heimat” anzutreffen sein wird.

Großen Verdienst an den Erfolgen Helmkes hat Sieglinde Weber. „Ich habe 13 Jahre lang bei ihr trainiert. Sie hat mich zu einem sehr guten Sprinter gemacht”, schaut der 27-Jährige auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Schon als A-Schüler ließ er sein Talent aufblitzen. Seine 8,36 Sekunden über 75 Meter bedeuteten 1999 deutsche Bestleistung und wurden nicht mehr übertroffen. Mittlerweile laufen die A-Schüler aber wieder die klassischen 100 Meter. Danach folgten Medaillen bei U20- und U23-Europameisterschaften sowie zwei Olympia- und WM-Teilnahmen.

Nach zwei schwächeren Jahren will der Neu-Rheinländer 2012 wieder international dabei sein. „Kommendes Jahr stehen EM und Olympia an. Ich hoffe, dass ich mich für beide Events empfehlen kann”, gibt der Student die Marschrichtung vor. Die ersten (schnellen) Schritte hat er unter der Anleitung von Axel Berndt in Leverkusen bereits bewältigt. „Ich wurde supernett aufgenommen und freue mich auf die nächsten Aufgaben”, schildert Helmke seine ersten Eindrücke beim neuen Verein. Auch die TSV-Verantwortlichen freuen sich über den Neuzugang. „Till passt sportlich wie menschlich sehr gut zu uns. Außerdem ist es positiv, wenn ein starker Athlet zur Trainingsgruppe stößt”, sagt Paul-Heinz Wellmann, Geschäftsführer der Leverkusener Leichtathleten.

Auch Sieglinde Weber wird ihrem Ex-Schützling weiter die Daumen drücken. „Wir haben uns im Guten getrennt, und Till brauchte einfach einen Tapetenwechsel”, sagt seine langjährige Trainerin. Gleichzeitig gibt sie aber zu, dass es ein komisches Gefühl werden wird, Helmke im roten Trikot sprinten zu sehen. „Schließlich ist es etwas anderes, einen Sportler vom Schüler an bis zu den Olympischen Spielen zu bringen als nur im Männeralter zu trainieren.”

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Saison endet mit drei Medaillen

Sonntag, 21. August 2011 20:25

Zum Saisonausklang hat Till Helmke (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) seine Medaillensammlung um drei Exemplare erweitert. Von den Süddeutschen Meisterschaften in Forst nahm der 27-Jährige jeweils von jeder Farbe ein Exemplar mit nach Hause. Den Auftakt machten die 100 Meter. Nach Vor- (10,77 sec) und Zwischenlauf (10,68 sec) traf er im Finale auf Felix Göltl. Und der Youngster vom TuS Kriftel wurde seiner Favoritenstellung gerecht. In 10,43 Sekunden setzte er sich vor Helmke (10,68 sec) und dem Saarländer Rouven Christ durch. „Ich wäre schon gern ein Stück schneller gelaufen, zumal ich im Zwischenlauf genauso schnell war wie im Finale”, gab sich Helmke selbstkritisch.

Besser lief es mit der Sprintstaffel. Mit 41,89 Sekunden sicherte sich die LG Ovag Friedberg-Fauerbach den Süddeutschen Meistertitel. Rang zwei ging an das Quartett von der LG Wetzlar (42,82 sec). Am zweiten Tag der Titelkämpfe war Helmke über 200 Meter gefordert. Diesmal gab es im Duell zwischen dem Friedberger und Felix Göltl einen lachenden Dritten: Rouven Christ. In 21,13 Sekunden wies er Göltl (21,18 sec) und Helmke (21,50 sec) in die Schranken. „Mit diesem Rennen bin ich gar nicht zufrieden. Trotzdem war es für mich wichtig, nach den verkorksten Deutschen Meisterschaften noch Rennen zu bestreiten. Insgesamt war es ein schlechtes Jahr”, analysierte Helmke die Saison 2011.

Nach seinem letzten Saisonrennen steht für den Betriebswirt nun Entspannung an. „Ich werde einige Tage die Beine hochlegen und im Oktober mit der Vorbereitung auf 2012 beginnen”, sagte Helmke. Schließlich stehen kommendes Jahr Olympische Spiele an. Und nach erfolgreichen Teilnahmen 2004 in Athen (Viertelfinale über 200 m) und 2008 in Peking (Fünfter über 4×100 m) will der hessische Sprinter auch 2012 in London dabei sein.

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Wieder geht’s einen Schritt nach vorn

Sonntag, 3. Juli 2011 21:48

Ein straffes Programm hatte Sprinter Till Helmke (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) am Sonntag in Mannheim zu bewältigen. Bei der Junioren-Gala konnten die Männer in Einlagerennen starten, um sich für die WM in Daegu zu empfehlen. Nach 10,66 Sekunden im 100-Meter-Vorlauf war der Hesse auf seiner Spezialstrecke, den 200 Metern, gefragt. Dort belegte er in neuer Saisonbestzeit von 21,11 Sekunden Rang drei. Der Sieg ging an den Wattenscheider Sebastian Ernst, der in 20,58 Sekunden erstmals unter der WM-B-Norm (20,60 sec) blieb. Zweiter wurde der Ghanaer Tim Abeye mit 21,03 Sekunden.

„Es geht Stück für Stück vorwärts. Nach den beiden Rennen war ich schon ein bisschen platt”, sagte Helmke. Denn vor den 200 Metern war der 27-Jährige auch noch mit der DLV-Sprintstaffel am Start. Über 4×100 Meter belegte er mit der zweiten deutschen Auswahl in 39,43 Sekunden Rang zwei. Exakt 47 Hundertstel schneller war das erste deutsche Quartett.

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