20,37 s: Bestzeit und Rang fünf in Europa
Samstag, 28. Juli 2007 16:56
Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) hat sich mit einem furiosen Sprint an die Spitze der deutschen 200-Meter-Bestenliste gesetzt. Beim Feriensportfest in Wetzlar steigerte der 23-Jährige seine Bestzeit bei gültigem Rückenwind von 1,8 Metern pro Sekunde um eine Zehntelsekunde auf 20,37 Sekunden.
„Ich konnte es gar nicht glauben, als ich mich ins Ziel geworfen habe und dann auf die Anzeigetafel schaute. Ich wollte eigentlich nur meine Jahresbestzeit von 20,85 Sekunden steigern“, sagte Helmke. Sein Sensations-Coup brachte ihm gleichzeitig den vierten Platz in der ewigen deutschen Bestenliste ein. Nur Tobias Unger, Frank Emmelmann und Sebastian Ernst waren in der deutschen Sprintgeschichte schneller als der junge Hesse. In der europäischen Jahresbestenliste stürmte er auf Platz fünf.
Den Grund für die Top-Zeit fand Helmke schnell: „Die Bedingungen waren optimal. Nachdem der Regen aufgehört hatte, wehte ein schöner Rückenwind und auch die Temperaturen waren angenehm.“ Da störte es den BWL-Studenten auch nicht, dass er bereits nach 50 Metern ein einsames Rennen bestreiten musste und die Konkurrenz deutlich distanzierte. „Anscheinend macht es mir nichts aus, alleine von vorne zu rennen. Aber natürlich hat der Schiebewind auf der Zielgeraden auch geholfen“, sagte Helmke, der die deutsche Jahresbestzeit von Tobias Unger um elf Hundertstelsekunden steigerte.
Dass nicht nur die Bedingungen optimal waren, sondern auch die Schnelligkeit stimmte, bewies Helmke bereits über 100 Meter. In 10,39 Sekunden spulte er zum „Warmlaufen“ das drittschnellste Rennen seiner Karriere ab. „Normalerweise gibt es bei Meetings ja zwei 100-Meter-Rennen. Beim ersten Lauf ist man ja meist etwas langsamer. Darum war mir schon nach den 100 Metern klar, dass heute was geht.“
Trotz aller Euphorie nach der neuen Bestzeit stellte sich Helmke natürlich auch die Frage, warum es vor Wochenfrist bei den Deutschen Meisterschaften mit 21,06 Sekunden „nur“ zu Platz drei reichte. „Ich habe mich sehr intensiv auf die DM vorbereitet und nur wenige Wettkämpfe bestritten. Vielleicht war das der Fehler, und ich brauche vor Meisterschaften einfach noch ein paar weitere Rennen“, vermutete der 23-Jährige.
Mit 20,37 Sekunden unterbot Helmke in Wetzlar auch die Norm für Weltmeisterschaften in Osaka (25. August bis 2. September) von 20,59 Sekunden klar – doch kam die Steigerung eine Woche zu spät. Der junge Hesse steht jedoch im deutschen Staffel-Aufgebot für Osaka. „Und mit dieser Zeit habe ich meine Nominierung gerechtfertigt. Jetzt will ich bei der DLV-Gala in Wattenscheid auf jeden Fall vor der WM eine weitere gute 200-Meter-Zeit abliefern.“
Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn