Europacup: Sieg in starken 38,30 s aberkannt
Sonntag, 22. Juni 2008 16:51
Ein tolles Rennen, eine klasse Zeit – doch am Ende sollte es nichts wert sein: Beim Leichtathletik-Europacup in Annecy (Frankreich) musste Till Helmke mit der DLV-Sprintstaffel eine bittere Pille schlucken. Ein vermeintlicher Wechselfehler kostete dem deutschen Quartett den Sieg und dem Team nach der Disqualifikation acht wichtige Punkte.
Dabei lief die deutsche Staffel in der Besetzung Tobias Unger (Kornwestheim), Helmke (Friedberg-Fauerbach), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) in 38,30 Sekunden die zweitschnellste Zeit einer deutschen Staffel überhaupt. Vor 10.000 Zuschauern distanzierte sie sogar die hochfavorisierten Briten und war nur eine Hundertstelsekunde langsamer als die deutsche Rekordstaffel 1982.
Doch die Freude währte nicht lange. Nur fünf Minuten nach dem Zieleinlauf stand das Kürzel „DSQ“ hinter der deutschen Staffel in der Ergebnisliste – Disqualifikation. „Die Wechselrichter haben nichts moniert. Aber kaum waren wir im Ziel, haben die Briten gemeint, dass der Wechsel auf Alexander zu spät erfolgt war“, erklärte Helmke. Auch Kosenkow sah das ähnlich: „Ich soll auf der Linie gewesen sein. Die Briten haben jetzt gewonnen, aber nicht sportlich“, sagte der Wattenscheider.
Die deutschen Sprinter zeigten in Annecy ungeachtet der Disqualifikation ihr enormes Staffel-Potenzial. Schließlich hielten sie nicht nur die Briten in Schach, die schlussendlich mit 38,48 Sekunden gewannen, sondern auch bekannt schnelle Nationen wie Frankreich und Griechenland. „Ich glaube, dass wir diese Leistung wiederholen können und sogar noch einen Tick schneller sein werden“, erklärte Helmke, nachdem der erste Schock verdaut war.
Trotz des Malheurs durfte Helmke eine Goldmedaille mit in die hessische Heimat nehmen. Am Freitagabend wurden in Annecy 13 deutschen Athleten, darunter auch der 24-Jährige Sprinter vom TSV Friedberg-Fauerbach, nachträglich mit der Siegerplakette des Europacups 2007 in München ausgezeichnet. Frankreichs Sieg wurde annulliert, da ihr Hammerwerfer später des Dopings überführt wurde. Die erzielte Punkte wurden gestrichen und die deutsche Männermannschaft – zuvor punktgleich mit den Franzosen – zum Sieger erklärt. Helmke gehörte 2007 ebenfalls zur DLV-Staffel, die in 38,56 Sekunden Dritte geworden war.
Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn