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Fünf sprinten um drei DM-Medaillen

Donnerstag, 25. Februar 2010 0:40

Ein spannendes 200-Meter-Finale erwartet Till Helmke (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Gleich fünf Sprinter haben in diesem Winter Zeiten zwischen 20,95 und 21,10 Sekunden angeboten, darunter auch der Hesse mit 21,08 Sekunden. „Ein solch enges Feld hatten wir schon lange nicht mehr. Ich freue mich auf tolle Rennen”, erklärt der 25-Jährige vor dem Sprint-Showdown in der Europahalle.

Die besten Aussichten, mit DM-Gold aus dem Badischen die Heimreise anzutreten, haben Julian Reus (Erfurt) und WM-Halbfinalist Robert Hering (Jena). Mit 20,95 und 20,96 Sekunden blieben sie unter der 21-Sekunden-Marke. Das peilt auch Helmke in Karlsruhe an: „Es wäre super, wenn ich zum ersten Mal in der Halle unter 21 Sekunden bleiben könnte.” Doch aus eine solche Top-Zeit würde ihm keinen Startplatz bei der Hallen-WM Mitte März in Doha (Katar) bescheren, da die 200 Meter nicht mehr bei internationalen Hallenmeisterschaften ausgetragen werden.

Natürlich wird Helmke auch mit der 4×200-Meter-Staffel der LG OVAG Friedberg-Fauerbach in der Europahalle dabei sein. Mit 1:27,60 Minuten blieb das LG-Quartett bisher hinter den Zeiten der vergangenen Jahre zurück. Allerdings sind die Sprinter als Fünfter der deutschen Bestenliste ein Medaillenkandidat. Nur Gold scheint außer Reichweite. Das Wattenscheider Quartett liegt mit 1:24,76 Minuten rund eineinhalb Sekunden vor der Konkurrenz.

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Das Sprint-Jahr 2007 im Rückspiegel

Montag, 31. Dezember 2007 16:55

Till Helmke ist ein Mann der klaren Worte. „Es war eine gute Saison“, sagt der Sprinter vom TSV Friedberg-Fauerbach rückblickend. „Das kann ich sagen, weil ein sehr schwieriges Jahr 2007 hinter mir liegt.“ Damit meint der 23-Jährige eine hartnäckige Sitzbeinverletzung, die ihn zwang, „bis Mitte März nur unspezifisch zu trainieren“ und die Hallensaison abzusagen.

Gerade deshalb wurde er selbst von seiner Leistungsexplosion Ende Juli überrascht. Mit 20,37 Sekunden verbesserte Helmke in Wetzlar über 200 Meter nicht nur seinen eigenen Hessen-Rekord um eine Zehntelsekunde, sondern sprintete auch die schnellste Zeit eines Deutschen im Jahr 2007. Gleichzeitig bedeutet die Wetzlar-Zeit Rang vier in der ewigen deutschen Bestenliste und Rang 34 in der Weltjahresbestenliste. Auf Rang 33, mit 20,35 Sekunden, rangiert übrigens ein gewisser Jeremy Wariner.

Zwar knackte Helmke damit auch die Norm für die WM in Osaka – trotzdem blieb ihm ein Start verwehrt. „Die 20,37 Sekunden waren natürlich klasse, und ich habe schon im Training gespürt, wie gut ich in Form war. Ein solches Niveau hatte in meiner Karriere zuvor noch nie erreicht. Aber leider war ich zur falschen Zeit und am falschen Ort schnell“, resümiert der BWL-Student. Eine Woche zuvor: Beim „Badewannen-Rennen“ in Erfurt blieb ihm in 21,06 Sekunden nur DM-Bronze. Zwei Wochen danach: Die DLV-Gala in Wattenscheid beendete er mit 20,80 Sekunden auf Rang acht – und fünf deutsche Sprinter lagen vor ihm. Der Einzelstart bei der WM war vertan.

Was Helmke im Ziel noch nicht wissen konnte: Auch ein Staffelstart kam in Japan nicht mehr infrage. „Man sagte mir, dass ich bei der DLV-Gala beim Wechsel sechs Hundertstel zu früh losgelaufen und nur noch WM-Ersatz sei. Dieses Urteil hat mich ziemlich mitgenommen, zumal man den Ablauf ja nicht auf die Tausendstel genau treffen kann.“ Helmkes Unmut war verständlich: Schließlich gehörte er beim besten deutschen Staffel-Auftritt 2007 (Rang drei beim Europacup in 38,56 Sekunden) und beim dritten Rang in Zürich zum „DLV-Vierer“.

Trotz der Zuschauerrolle in Japan und der Nicht-Berücksichtigung für den DLV-Staffelpool schaut der Sprinter optimistisch in die Olympia-Saison. „Ich habe meine Verletzungssorgen überwunden und will 2008 in der Halle meine Schnelligkeit auch mal wieder über 60 Meter beweisen.“ Aber natürlich ist der „Budenzauber“ für Helmke nur eine Durchgangsstation Richtung Peking. Dafür muss er über 200 bis zur DM Anfang Juli in Nürnberg einmal 20,45 und einmal 20,50 Sekunden laufen. „Das ist eine hohe Vorgabe. Aber ich will mein Niveau von 2007 stabilisieren und nach Athen 2004 auch in Peking starten.“ Klare Worte.

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20,37 s: Bestzeit und Rang fünf in Europa

Samstag, 28. Juli 2007 16:56

Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) hat sich mit einem furiosen Sprint an die Spitze der deutschen 200-Meter-Bestenliste gesetzt. Beim Feriensportfest in Wetzlar steigerte der 23-Jährige seine Bestzeit bei gültigem Rückenwind von 1,8 Metern pro Sekunde um eine Zehntelsekunde auf 20,37 Sekunden.

„Ich konnte es gar nicht glauben, als ich mich ins Ziel geworfen habe und dann auf die Anzeigetafel schaute. Ich wollte eigentlich nur meine Jahresbestzeit von 20,85 Sekunden steigern“, sagte Helmke. Sein Sensations-Coup brachte ihm gleichzeitig den vierten Platz in der ewigen deutschen Bestenliste ein. Nur Tobias Unger, Frank Emmelmann und Sebastian Ernst waren in der deutschen Sprintgeschichte schneller als der junge Hesse. In der europäischen Jahresbestenliste stürmte er auf Platz fünf.

Den Grund für die Top-Zeit fand Helmke schnell: „Die Bedingungen waren optimal. Nachdem der Regen aufgehört hatte, wehte ein schöner Rückenwind und auch die Temperaturen waren angenehm.“ Da störte es den BWL-Studenten auch nicht, dass er bereits nach 50 Metern ein einsames Rennen bestreiten musste und die Konkurrenz deutlich distanzierte. „Anscheinend macht es mir nichts aus, alleine von vorne zu rennen. Aber natürlich hat der Schiebewind auf der Zielgeraden auch geholfen“, sagte Helmke, der die deutsche Jahresbestzeit von Tobias Unger um elf Hundertstelsekunden steigerte.

Dass nicht nur die Bedingungen optimal waren, sondern auch die Schnelligkeit stimmte, bewies Helmke bereits über 100 Meter. In 10,39 Sekunden spulte er zum „Warmlaufen“ das drittschnellste Rennen seiner Karriere ab. „Normalerweise gibt es bei Meetings ja zwei 100-Meter-Rennen. Beim ersten Lauf ist man ja meist etwas langsamer. Darum war mir schon nach den 100 Metern klar, dass heute was geht.“

Trotz aller Euphorie nach der neuen Bestzeit stellte sich Helmke natürlich auch die Frage, warum es vor Wochenfrist bei den Deutschen Meisterschaften mit 21,06 Sekunden „nur“ zu Platz drei reichte. „Ich habe mich sehr intensiv auf die DM vorbereitet und nur wenige Wettkämpfe bestritten. Vielleicht war das der Fehler, und ich brauche vor Meisterschaften einfach noch ein paar weitere Rennen“, vermutete der 23-Jährige.

Mit 20,37 Sekunden unterbot Helmke in Wetzlar auch die Norm für Weltmeisterschaften in Osaka (25. August bis 2. September) von 20,59 Sekunden klar – doch kam die Steigerung eine Woche zu spät. Der junge Hesse steht jedoch im deutschen Staffel-Aufgebot für Osaka. „Und mit dieser Zeit habe ich meine Nominierung gerechtfertigt. Jetzt will ich bei der DLV-Gala in Wattenscheid auf jeden Fall vor der WM eine weitere gute 200-Meter-Zeit abliefern.“

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